Le beau et le laid; les bons et les pauvres

Voila, le beau

et le moins beau


(Selfie-poubelle, check)

aber mich würd der müll auch nicht die bohne interessieren, wenn ich selbst nicht genug zu fressen hätte, bzw. keine perspektive mal n ordentlichen job zu landen.

faszinierend ist allerdings, dass die meisten sich wirklich überhaupt nicht stören lassen von dem plastikdebakel: man sitzt romantisch zu zweit  mittendrin und schaut aufs meer. – bizarre!

wenn ich nicht am strand (also der ohne müll) bin, dann meist in nem cafe, z.B. hier vorm cafe victor hugo, wo ich öfter mal kaffee trinke, die kellnerin mit meinen hocharabischfetzen amüsier, und das wlan glühen lasse:


¨ich hab ne sonnenbrille auf /
weil ich sie brauch!¨

das lied kommt mir doch manchmal in den sinn, und dann schäme ich mich natürlich zutiefst: https://m.youtube.com/watch?v=OLXpbB-dWRg


(Was man durch die Sonnenbrille sieht, vor dem cafe)


(bei wem ich ein paar Minuten zuvor, wie auch die letzten Tage, ein Thunfisch-Sandwich und ein paar Argumente für ein liberaleres Tunesien eingeholt hatte: Afif, ein gebildeter, politisch hochengagierter Tunesier, der seine Rente mit Fast Food Verkauf aufbessert, in der roten Jacke)

Zum titel des posts:

Es gibt hier viele gute Menschen. Ich habe das glück, einige näher kennengelernt zu haben. Und es gibt viele arme Menschen. Einige der Armen sprechen die Touristen an, bitten sie um Geld. Da intensivert sich das moralische Problem, was man auch zu Hause den Bettlern gegenüber hat, aber gut, muss man mit klarkommen. Und es gibt die (was ich viel unangenehmer finde), die dir erstmal freundliche Konversation verabreichen, gerne auch insistieren, für dich den Tee zu bezahlen, um dich am Ende um Geld zu bitten (monsieur, la situation est tres grave, tres dramatique). ganz geschickte bitten dich gar nicht um geld, sondern lassen dich ziehen, im glauben du hättest wirklich jemanden getroffen, der ohne monetäres interesse gern mit dir geplaudert hätte, weil sie annehmen, dich an einem folgenden Tag zu treffen, und dann unterstützung zu erfahren (dich also erst fragen, wenn sie schon dein freund sind, bzw. glauben in dir ein solches gefühl erzeugt zu haben). und wer will es ihnen übelnehmen! nur ein flaues gefühl hinterlässt es doch meistens. überhaupt ist strandurlaub in einem armen land, abseits der abgeschotteten hotellandschaften, eine harte sache: der wohlstand des sonnenbadenden (oder arabischpaukenden) touristen unmittelbar neben der armut der einheimischen, egal ob arbeitslos, bettelnd, oder gerade so über die runden kommend (z.B. mit 450Dinar (ca. 190euro) im monat, was man als normaler (ausgebildeter) koch hier verdient), macht augenfällig, was sonst auch immer der fall ist: die ungleichheit der ökonomischen lebenschancen zwischen erst- und drittweltbewohnern ist eklatant, unerträglich (wenn man es direkt erfährt), fast unfassbar ungerecht.

Klar, dass alle Welt nach Deutschland will. Übrigens lieber (und mir scheint fast häufiger) als nach Frankreich. hoch lebe die deutsche exportindustrie und das deutsche hochschulwesen.

– grad bin ich, btw, wieder in tunis. im einzigen hostel der stadt. morgen früh ab zum flughafen.

A la prochaine,

Jf

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